Historisches

Mit dem Löscheimer begann es...

Lange Zeit bleiben Löscheimer, Einreißhaken und tragbare Leitern die wesentlichen Geräte zur Brandbekämpfung.
Wasser wurde aus Brunnen, Bächen und Seen geschöpft und über teils weite Strecken mit Eimerketten zur Brandstelle befördert. Wie viel Kraft und Wasser dabei verloren ging, kann man sich vorstellen. Diese Art der Brandbekämpfung sollte in ländlichen Gegenden noch bis Anfang des 19. Jahrhunderts Bedeutung haben, während in Städten schon lange Feuerspritzen im Gebrauch waren.

Feuerspritzen standen seit dem späten Mittelalter im Dienste der Brandbekämpfung. Wie der Löscheimer waren die Spritzen abhängig von Ausdauer und Muskelkraft ihrer Bediener. So erforderte eine Spritze 16-24 Mann Bedienungs- und Ablösepersonal. Diese Feuerspritzen waren nicht sehr effektiv, denn die pro Minute 150-300 Liter gefördertes Wasser konnten nur schlecht genutzt werden. Dies lag an der Konstruktion der Spritzen. Sie hatten nur einen Wendehals ähnlich einem Wasserhahn, mit dem der Strahl grob auf das Feuer gerichtet werden konnte. Mit der Erfindung der ersten Druck- und Saugschläuche um 1670 wurde die Brandbekämpfung wesentlich vereinfacht. Schlauchführern gelang es nun, das Wasser direkt und wirkungsvoll auf den Feuerherd abzugeben. Das Wasser brauchte nicht mehr mit Eimern herangeschleppt zu werden, sondern wurde gleich aus der Wasserstelle gepumpt. Trotz dieser Verbesserung gerieten damals auch kleine Brände außer Kontrolle, weil das Personal erschöpft war und zu wenig Wasser gefördert wurde.

Eine große Erleichterung brachten die ersten dampfkraftbetriebenen Feuerlöschpumpen. Diese Pumpen setzte man, zusammen mit dem stehenden Hochdruckdampfkessel auf Fahrgestelle, die von Pferden gezogen wurden. Am Ende der Entwicklung der Dampfspritzen war man in der Lage, bis zu 2000 Liter Wasser in der Minute zu fördern. Nachteil der Dampfspritzen war, dass sie sehr ungelenk und schwer waren. Außerdem musste ihr Kessel ständig angeheizt werden, um sofort in Betrieb genommen zu werden. Auf der anderen Seite wurde durch die Dampfspritze Personal frei, das nun nicht mehr als Pumpenmannschaft fungierte und zu anderen Zwecken eingesetzt werden konnte. Weiterhin lieferten Dampfspritzen konstant und auf lange Zeit die gleiche Leistung, da sie nicht von Muskelkraft abhängig waren.

Durch die Erfindung des Verbrennungsmotors 1885 fing für die Brandbekämpfung ein neues Kapitel an. Gottlieb Daimler stellte schon 1888 die erste Benzinmotorspritze der Welt vor. Sie hatte einen 1 PS starken Einzylindermotor und konnte auf Hand- und Pferdewagen verlastet werden. Im Zuge der Motorisierung wurden nun auch motorbetriebene Mannschafts-, Leiter- und Spritzenwagen an die Feuerwehren ausgeliefert. Die Entwicklung zieht sich fort bis hin zu unseren modernen Fahrzeugen, an die sehr hohe Anforderungen gestellt werden. So soll ein neues Fahrzeug schnell, wendig, kompakt, leicht zu bedienen und zu fahren sein.

Beißender, giftiger Qualm, schlechte Sicht und Hitze sind der Feind eines Feuerwehrmannes bei einem Löschangriff. Anfang des 20. Jahrhunderts wurden die ersten Rauchschutzapparate, die Vorgänger des modernen Atemschutzes, verwendet. Die Funktion war ähnlich der ersten Tauchausrüstungen. Mittels eines Blasebalgs wurde die Atemluft durch einen Schlauch in einen Helm geblasen, der den Kopf umschloss. Zur Verständigung stand ein weiterer Schlauch mit Sprechgarnitur zur Verfügung. Die größte Gefahr bei der Benutzung dieser "Feuertaucher" bestand darin, dass herabfallende Gegenstände den Atemluftschlauch zerstörten oder einquetschten, so dass der Feuerwehrmann ersticken konnte. Heute schnallt sich der Atemschutzgeräteträger seine Atemluft in geballter Form auf den Rücken: eine Stahlflasche mit 6 Litern auf 300 Bar komprimierter Pressluft, ausreichend für 20-30 Minuten.
Durch dieses System ist der Geräteträger nicht mehr an eine Schlauchleitung gebunden und kann sich freier bewegen. Er muss allerdings ständig auf seinen Luftvorrat achten, um rechtzeitig das Gefahrengebiet zu verlassen.

Das Einsatzspektrum der Feuerwehr wurde im Laufe der Jahre immer größer. Die Brandbekämpfung macht nur noch einen geringen Teil ihrer Arbeit aus. Viel größer ist der Bereich Technische Hilfeleistung. Auch hier gab es enorme Fortschritte in der Ausrüstung. So wurden einfache Sägen, Stempel, Brecheisen und Seilzüge durch Kettensäge, Luftdruckhebekissen, Schere, Spreizer und Seilwinden ersetzt.

Wichtig für alle Feuerwehren war die Normung und Vereinheitlichung ihrer Geräte. Feuerwehrfahrzeuge wurden einzeln angefertigt und unterschiedlich bestückt. Die Hydranten waren von Gemeinde zu Gemeinde unterschiedlicher Bauart, die Druckschläuche hatten verschiedenste Durchmesser und deren Kupplungen waren nicht nur im Durchmesser sondern auch im Typ höchst unterschiedlich.